SRS-Client: Raspberry Pi vorbereiten, Alarmmonitor nutzen und Gebäudesteuerung per Webhook konfigurieren

Kurzfassung: Der neue SRS-Client ist die neu entwickelte Nachfolgerlösung für den bisherigen EMS-Client und ermöglicht die eigenständige Einrichtung durch die jeweilige Organisation. In der ersten Ausbaustufe zeigt der Client weiterhin den bestehenden EMS-Alarmmonitor, zusätzlich lassen sich Funktionen wie die Gebäudesteuerung über Webhooks selbst konfigurieren. Die Umsetzung eines eigenen Alarmmonitors im SRS-Client ist für die nächste Ausbaustufe vorgesehen.
Was ändert sich mit dem neuen SRS-Client?
Mit dem neuen SRS-Client verändert sich vor allem der Weg von der Beschaffung bis zur Inbetriebnahme eines Alarmmonitor-Systems. Beim bisherigen EMS-Client musste der Service die SD-Karte vorbereiten, flashen und anschließend an die Organisation verschicken. Auch Zusatzfunktionen wie die Druckeranbindung oder die Gebäudesteuerung wurden durch den Service eingerichtet. Dadurch war die Inbetriebnahme von externen Arbeitsschritten abhängig und konnte sich verlängern.
Der neue SRS-Client basiert auf einer neu entwickelten Architektur. Die Organisation kann den Client auf einem Raspberry Pi selbst installieren, den Alarmmonitor auswählen und weitere Funktionen eigenständig über die SRS-Verwaltung konfigurieren. Dadurch ist eine Inbetriebnahme schneller umsetzbar, weiterhin kann ein Drucker zeitnah geändert werden sollte zum Beispiel die lokale Hardware im Gerätehaus getauscht werden.
| Bereich | Bisheriger EMS-Client | Neuer SRS-Client |
|---|---|---|
| Vorbereitung | Vorbereitete SD-Karte durch den Service | Eigenständige Vorbereitung und Installation durch die Organisation |
| Zusatzfunktionen | Einrichtung durch den Service erforderlich | Konfiguration unter anderem von Drucker und Webhooks durch die Organisation |
| Technische Basis | Bisherige EMS-Client-Struktur | Neu entwickelte Client-Architektur für den Raspberry Pi |
| Alarmmonitor | EMS-Alarmmonitor | In der ersten Ausbaustufe weiterhin EMS-Alarmmonitor, eigener SRS-Alarmmonitor als nächste Ausbaustufe |
SRS-Client Installation: kurz erklärt
Die SRS-Client Installation selbst soll nicht den Schwerpunkt dieses Beitrags bilden. Für die technische Einrichtung steht deshalb eine ausführliche Support-Anleitung zur Verfügung. Das Team möchte Ihnen in diesem Beitrag näher bringen, welche Voraussetzungen erfüllt sein müssen und wie der grundsätzliche Ablauf aussieht.
- Unterstützt werden Raspberry Pi 4 und Raspberry Pi 5.
- Benötigt werden unter anderem ein Netzteil, ein HDMI-Kabel, eine Micro-SD-Karte mit mindestens 16 GB, eine Tastatur und eine Maus.
- Vor der Installation muss in der SRS-Verwaltung ein eigener SRS-Client-Zugang mit Einladungscode angelegt werden.
- Die Ersteinrichtung erfolgt direkt am Raspberry Pi mit angeschlossener Tastatur und Maus, nicht über eine SSH-Verbindung.
Der grundsätzliche Ablauf besteht aus vier Schritten: Zuerst wird die Micro-SD-Karte mit dem passenden Betriebssystem vorbereitet. Anschließend wird der Raspberry Pi mit Bildschirm, Tastatur, Maus und Netzwerk verbunden. Danach wird der SRS-Client direkt am Gerät installiert und abschließend mit dem Einladungscode aktiviert.
Die technischen Details finden sich in der Anleitung zum Flashen der Micro-SD-Karte und in der Schritt-für-Schritt-Anleitung zur SRS-Client-Installation. Dort werden auch die Anlage des Client-Zugangs und die einzelnen Installationsschritte beschrieben.
Erste Ausbaustufe: EMS-Alarmmonitor auf dem neuen Client
In der ersten Ausbaustufe liegt der Schwerpunkt auf der neuen Client-Software für den Raspberry Pi. Der bestehende EMS-Alarmmonitor wird weiterhin auf dem Bildschirm angezeigt. Für Organisationen, die den bekannten Alarmmonitor bereits einsetzen, bleibt die vertraute Darstellung damit zunächst erhalten, während die technische Basis des Clients erneuert wird.
Der Alarmmonitor für Feuerwehr zeigt bei einer Alarmierung unter anderem das Einsatzstichwort, den Einsatzort mit Karte, Rückmeldungen von Einsatzkräften und den Fahrzeugstatus. Die Einsatzinformationen stehen damit dort zur Verfügung, wo sie im Gerätehaus benötigt werden: auf einem zentralen Bildschirm in der Fahrzeughalle, in der Einsatzzentrale oder in einem anderen geeigneten Bereich.
In der Konfiguration des neuen Clients kann aktuell der EMS-Alarmmonitor als Anzeigemodus ausgewählt werden. Alternativ lässt sich eine eigene URL hinterlegen. In der nächsten Ausbaustufe soll auch der Alarmmonitor selbst im neuen SRS-Client umgesetzt werden.
Gebäudesteuerung über Webhooks selbst konfigurieren
Ein besonderer Vorteil des neuen SRS-Clients ist die eigenständige Konfiguration der Gebäudesteuerung. Über Webhooks kann der Client bei bestimmten Ereignissen einen konfigurierten Ablauf in einem angeschlossenen System auslösen. In der Feuerwehrpraxis kann damit beispielsweise die Beleuchtung eingeschaltet oder ein vorbereitetes Ereignis an einer Tür- oder Torsteuerung angestoßen werden.
Die Einrichtung erfolgt in der SRS-Verwaltung beim jeweiligen SRS-Client. Dort werden ein eindeutiger Name, die Zieladresse, der Auslöser und die gewünschte technische Verbindung hinterlegt. Als Ereignisse stehen unter anderem Einsatzbeginn, Einsatzende und eine manuelle Auslösung zur Verfügung. Die Verbindung zu einem Zielsystem kann dabei grundsätzlich über eine HTTP-Schnittstelle erfolgen.
| Auslöser | Beispiel für die Gebäudesteuerung |
|---|---|
| Einsatzbeginn | Ein konfiguriertes Shelly-Ereignis schaltet die Beleuchtung im Gerätehaus ein. |
| Einsatzende | Ein zweiter Webhook setzt die Beleuchtung oder ein zuvor ausgelöstes Ereignis zurück. |
| Manuell | Die konfigurierte Funktion wird zu Test- oder Wartungszwecken gezielt ausgelöst. |
Beispiel: Shelly-Anbindung im Gerätehaus
Für eine grundlegende Shelly-Anbindung kann ein Webhook auf ein Gerät im lokalen Netzwerk zeigen. Über die hinterlegten Parameter wird festgelegt, welche Aktion das Gerät ausführt. Denkbar ist beispielsweise, bei Einsatzbeginn das Licht einzuschalten und zusätzlich eine automatische Abschaltung nach einer definierten Zeit zu setzen. Für das Einsatzende kann ein weiterer Webhook eingerichtet werden.
Die Webhook-Konfiguration unterstützt außerdem Einstellungen für Verzögerungen, Timeouts und Wiederholungen nach einem Fehler. Das ist für den Betrieb im Gerätehaus relevant, weil dadurch festgelegt werden kann, wie sich das System bei einer nicht sofort erreichbaren Zielkomponente verhalten soll. Vor dem produktiven Einsatz sollten alle Schaltvorgänge unter realistischen Bedingungen getestet und mit einer manuellen Ausweichlösung ergänzt werden.
Die einzelnen Einstellungen und ein konkretes Shelly-Beispiel beschreibt die Anleitung zur Webhook-Konfiguration im SRS-Client.
Weitere Funktionen eigenständig konfigurieren
Das Prinzip der eigenständigen Einrichtung beschränkt sich nicht auf die Gebäudesteuerung. Auch weitere Funktionen des Clients können durch die Organisation eingerichtet und angepasst werden. Damit lassen sich einzelne Bestandteile der Installation besser an die örtlichen Abläufe und die vorhandene Infrastruktur anpassen.
- Druckeranbindung: Ein Drucker kann auf dem Raspberry Pi eingerichtet, mit einer Testseite geprüft und anschließend in der SRS-Verwaltung als Standarddrucker hinterlegt werden. Auch der automatische Druck einer EMS-Alarmdepesche lässt sich konfigurieren.
- Client-Steuerung: Bildschirm und System können über die SRS-Verwaltung gesteuert werden. Je nach Bedarf lassen sich der Bildschirm ein- oder ausschalten sowie ein Neustart oder Herunterfahren des Clients auslösen.
- Sprachausgabe: Für die akustische Ausgabe kann ein HDMI-Ausgabegerät ausgewählt und die Audiowiedergabe im Browser freigegeben werden.
Für IT-Verantwortliche und Abteilungsleitungen empfiehlt sich nach der Einrichtung eine kurze Funktionsprüfung. Dazu gehören die Anzeige eines Testalarms, die Bild- und Tonwiedergabe, ein Testdruck sowie die Auslösung der Gebäudesteuerung für Einsatzbeginn und Einsatzende.
Was bedeutet der Wechsel für Feuerwehren und BOS-Organisationen?
Der Wechsel zum SRS-Client reduziert Abhängigkeiten bei der Inbetriebnahme und bei späteren Anpassungen. Eine Organisation kann die Hardware vor Ort vorbereiten, den Client selbst aktivieren und Konfigurationen wie Webhooks oder Drucker eigenständig ändern. Gleichzeitig sollten Verantwortliche einplanen, dass die Pflege der lokalen Hardware und des Betriebssystems zur eigenen Betriebsverantwortung gehört.
Für bestehende EMS-Nutzer ist der Wechsel in der ersten Ausbaustufe besonders planbar: Der neue Client wird eingeführt, ohne dass der bekannte EMS-Alarmmonitor sofort durch eine vollständig neue Anzeige ersetzt werden muss. Die weitere Entwicklung kann anschließend auf dieser neuen Client-Architektur aufbauen.
Fazit
Der neue SRS-Client ersetzt den bisherigen EMS-Client schrittweise und verlagert die technischen Möglichkeiten für die Weiterentwicklung in eine neue Architektur. Die erste Ausbaustufe stellt weiterhin den EMS-Alarmmonitor bereit, während die eigenständige Gebäudesteuerung über Webhooks bereits einen konkreten Mehrwert für den Betrieb im Gerätehaus bietet. Die Umsetzung des eigenen Alarmmonitors im SRS-Client ist als nächste Ausbaustufe vorgesehen.