Geofence im Einsatzmeldesystem: Verfügbarkeit automatisch steuern

Kurzfassung: Die neue Geofence-Funktion im EMS richtet sich an Feuerwehren und BOS-Organisationen. Sie aktualisieren damit den Verfügbarkeitsstatus Ihrer Einsatzkräfte automatisch, sobald diese definierte Bereiche betreten oder verlassen. Als Führungskraft erhalten Sie zusätzlich eine anonymisierte Statistik zur aktuellen Personalverteilung. Geofence ist für alle EMS-Plus-Kunden enthalten. Alle Testkunden erhalten für die Dauer der Testphase automatisch EMS Plus. Damit können sowohl Bestandskunden als auch neue Testkunden alle Funktionalitäten des Einsatzmeldesystems – einschließlich Geofence – testen.
Automatische Verfügbarkeit im Feuerwehralltag
Die Verfügbarkeit Ihrer Einsatzkräfte kann sich im Tagesverlauf jederzeit verändern. Ihre Einsatzkräfte befinden sich beispielsweise am Wohnort, am Arbeitsplatz, im Gerätehaus oder außerhalb des Zuständigkeitsbereichs.
Pflegen Sie den Verfügbarkeitsstatus ausschließlich manuell, kann eine Änderung übersehen oder verspätet eingetragen werden. Die neue Geofence-Funktion im Einsatzmeldesystem unterstützt Sie dabei, den Status automatisch zu aktualisieren.
Dafür definieren Sie Bereiche auf einer Karte. Sobald eine Einsatzkraft einen solchen Bereich betritt oder verlässt, wird die hinterlegte Statusregel automatisch angewendet. Sie erhalten dadurch als Führungskraft eine aktuellere Übersicht über die verfügbare Mannschaft.
So funktioniert Geofence im Einsatzmeldesystem
Ein Geofence ist ein digital definierter Bereich auf einer Karte. Im EMS legen Sie diese Bereiche als Kreis oder als Polygon an. Für jeden Bereich legen Sie fest, welcher Status beim Betreten und beim Verlassen automatisch gesetzt werden soll.
Geofence-Bereiche können direkt von Ihren Einsatzkräften in der Alarm-App angelegt werden. Als Administrator oder Führungskraft können Sie zusätzlich über die EMS-Verwaltung vordefinierte Bereiche für Ihre Organisation oder ausgewählte Gruppen erstellen.
| Einstellung | Mögliche Konfiguration |
|---|---|
| Bereichstyp | Kreis oder Polygon |
| Bezeichnung | Zum Beispiel „Gerätehaus“, „Arbeitsplatz“ oder „Wohnort“ |
| Status beim Betreten | Sofort verfügbar, später verfügbar, nicht verfügbar oder manuell |
| Status beim Verlassen | Nicht verfügbar, sofort verfügbar, später verfügbar oder manuell |
| Mindestaufenthalt | Zeitraum, bevor das Betreten eines Bereichs berücksichtigt wird |
| Sichtbarkeit | Alle Einsatzkräfte oder ausgewählte Gruppen |
Die erforderlichen Standortberechtigungen richten Sie in der Alarm-App ein. Eine Geofence-Regel können Sie jederzeit aktivieren, deaktivieren, bearbeiten oder löschen.
Praxisszenario: Das Gerätehaus als Geofence-Bereich
Eine Feuerwehr möchte automatisch erkennen, welche Einsatzkräfte sich am Gerätehaus befinden. Dafür wird in der EMS-Verwaltung eine Geofence-Vorgabe mit der Bezeichnung „Gerätehaus“ angelegt.
Als Regel beim Betreten wird beispielsweise „Sofort verfügbar“ ausgewählt. Beim Verlassen des Bereichs kann der Status automatisch auf „Nicht verfügbar“ gesetzt werden. Alternativ lassen sich auch andere Statuswerte oder eine manuelle Steuerung hinterlegen.
Bereich betreten → Statusregel wird angewendet → Verfügbarkeit wird im EMS aktualisiert
Fährt eine Einsatzkraft zum Gerätehaus, wird der Status nach den konfigurierten Regeln automatisch angepasst. Verlässt sie den definierten Bereich wieder, kann eine weitere Statusregel greifen. Die manuelle Statuspflege wird dadurch im Alltag reduziert.
In der Verfügbarkeitsübersicht sehen Sie als Führungskraft anschließend, wie viele Einsatzkräfte aktuell verfügbar sind. Sie können die Übersicht unter anderem nach Qualifikationen oder Führungspositionen filtern. Auch auf dem Alarmmonitor kann im Alarmfall die Einsatzverfügbarkeit angezeigt werden.
Geofence einrichten und konfigurieren
Standortberechtigung in der Alarm-App einrichten
- Öffnen Sie die Alarm-App.
- Rufen Sie den Bereich Status auf.
- Wählen Sie Geofence aus.
- Öffnen Sie Einrichtung und Datenschutz.
- Erteilen Sie die erforderliche Standortberechtigung.
- Schließen Sie die Einrichtung ab.
Eine ausführliche Beschreibung bietet die Anleitung zur Geofence-Einrichtung und zu den Datenschutzberechtigungen in der Alarm-App.
Geofence in der EMS-Verwaltung aktivieren
- Öffnen Sie die EMS-Verwaltung.
- Rufen Sie den Menüpunkt Geofence auf.
- Aktivieren Sie die Geofence-Funktion.
- Legen Sie eine neue Geofence-Vorgabe an.
- Legen Sie Name, Bereichstyp und Statusregeln fest.
- Konfigurieren Sie die Sichtbarkeit für alle Einsatzkräfte oder ausgewählte Gruppen.
- Speichern Sie die Vorgabe und aktivieren Sie sie bei Bedarf.
Weitere Informationen enthält die Anleitung zur Konfiguration von Geofence-Vorgaben in der EMS-Verwaltung.
Geofence-Statistik für Führungskräfte
Zusätzlich zu den automatischen Statuswechseln bietet das EMS eine Geofence-Statistik. Sie zeigt die aktuelle Verteilung der Einsatzkräfte und hilft dabei, die konfigurierten Bereiche organisatorisch auszuwerten.
Als Bezugsgröße werden Einsatzkräfte berücksichtigt, deren App sich innerhalb des vorgesehenen Meldefensters gemeldet hat.
| Kategorie | Bedeutung |
|---|---|
| Innerhalb mindestens eines vorgegebenen Bereichs | Die aktuelle Standortmeldung liegt in mindestens einem konfigurierten Geofence-Bereich. |
| Außerhalb aller vorgegebenen Bereiche | Es liegt eine aktuelle Standortmeldung vor, der Standort befindet sich jedoch in keinem definierten Bereich. |
| Ohne aktuelle Meldung | Es liegt keine aktive Standortübermittlung vor, beispielsweise weil Geofence oder der Standort deaktiviert wurde. |
Die Statistik kann außerdem die Belegung einzelner Geofence-Bereiche anzeigen. Dazu gehören unter anderem der Bereichsname, der Bereichstyp, die aktuelle Anzahl der Einsatzkräfte, der prozentuale Anteil und der Aktivitätsstatus.
Aus Datenschutzgründen gilt eine Mindestschwelle von vier Personen. Werte zwischen einer und drei Personen werden als „unter 4“ ausgegeben und nicht als Balken dargestellt. Dadurch soll verhindert werden, dass aus der Statistik auf den Aufenthalt einer bestimmten einzelnen Person geschlossen werden kann.
Dräger legt großen Wert auf Datensicherheit und Privatsphäre und ist zudem ISO-27001-zertifiziert. Weitere Informationen zum Thema Sicherheit finden Sie unter Sicherheit in der Dräger Cloud.
Die Details zu den Auswertungen finden Sie in der Anleitung zur Geofence-Statistik im Einsatzmeldesystem.
Praxis-Hinweise für die Einführung
- Bereiche eindeutig benennen: Bezeichnungen wie „Gerätehaus Nord“ oder „Arbeitsplatz Leitstelle“ erleichtern die spätere Verwaltung.
- Statusregeln bewusst auswählen: „Sofort verfügbar“ sollte nur verwendet werden, wenn der Aufenthalt im Bereich nach den eigenen Organisationsregeln tatsächlich als verfügbarer Status gilt.
- Mindestaufenthalt passend festlegen: Eine geeignete Zeitspanne kann unbeabsichtigte Statuswechsel bei kurzen Aufenthalten oder Durchfahrten reduzieren.
- Sichtbarkeit prüfen: Geofence-Vorgaben können für alle Einsatzkräfte oder nur für ausgewählte Gruppen sichtbar gemacht werden.
- Statistik richtig einordnen: „Ohne aktuelle Meldung“ bedeutet nicht automatisch „nicht verfügbar“. Die Kategorie weist zunächst auf eine fehlende aktuelle Standortübermittlung hin.
Fazit
Geofence im Einsatzmeldesystem aktualisiert den Verfügbarkeitsstatus automatisch anhand definierter Bereiche und reduziert dadurch die manuelle Statuspflege. Mit konfigurierbaren Regeln und einer aggregierten Statistik erhalten Feuerwehren zusätzliche Informationen für die tägliche Personal- und Einsatzplanung.